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Tagesgeld oder Festgeld – Was ist die richtige Wahl?

Die Motivation Geld anzulegen, entsteht bei vielen Anlegern aus der Tatsache heraus, dass sie für unvorhergesehene Ereignisse wie die Reparatur der Waschmaschine oder des Autos Rücklagen bilden wollen oder auf ein bestimmtes Ziel hin sparen, um sich den Urlaub zu finanzieren, ein neues Auto oder eine neue Wohnungseinrichtung anzuschaffen. Dabei stellen die Anleger verschiedene Ansprüche an die jeweilige Kapitalanlage. Während einige auf hohe Flexibilität wert legen, spielt dieser Punkt für andere keine entscheidende Rolle. Fast allen Anlegern ist jedoch gemeinsam, dass sie gute Zinseinkünfte erzielen wollen und dass der angelegte Betrag sicher sein soll. Zwei dieser Anlageformen sind das Tagesgeld und das Festgeld, welche hier näher vorgestellt werden.

Tagesgeld

Beim Tagesgeld handelt es sich um eine Geldanlage, die in höchstem Maße flexibel ist, denn der Anleger kann über den von ihm angelegten Betrag täglich verfügen. In erster Linie werden Tagesgeldkonten dazu verwendet, um überschüssige Mittel zu guten Zinskonditionen vorübergehend oder auch längerfristig zum Liquiditätserhalt oder –aufbau anzulegen, da diese weder auf dem Girokonto, dem Sparbuch noch auf dem Geschäftskonto nennenswerte oder auch gar keine Zinserträge erzielen. Anbieter von Tagesgeldkonten wie Kreditinstitute oder Direktbanken bieten im Regelfall attraktive Zinsen, da sie diese Anlage in erster Linie als Instrument der Neukundengewinnung für andere bankeigene Produkte betrachten. Eröffnung, Schließung und Verwaltung von Tagesgeldkonten sind im Normalfall kostenfrei und der Anleger verwaltet sein Konto online.

Die Besonderheit eines Tagesgeldkontos ist, dass der Zinssatz variabel ist, d.h., der Zinssatz ist nicht garantiert. So bieten die Kreditinstitute zum Einstieg meist attraktivere Zinsen, die auf einen begrenzten Zeitraum garantiert sind. Danach passt sich der Zinssatz jedoch dem Niveau auf dem Finanzmarkt sowohl nach oben als auch nach unten an, wodurch der Zinsertrag unattraktiv werden kann. Dieser Nachteil fällt jedoch bei Tagesgeldkonten kaum ins Gewicht, da der Anleger dieses jederzeit kündigen und zu einem anderen Institut wechseln kann. Ein weiteres Plus des Tagesgeldes ist der Zinseszinseffekt. So kann der Anleger definieren, ob er die Zinsen monatlich, halbjährlich oder jährlich ausgeschüttet haben möchte. So werden die Zinseinnahmen nach dem vereinbarten Zeitraum durch das Kreditinstitut dem Tagesgeldkonto gutgeschrieben und erwirtschaften in der nächsten Periode auch schon wieder Zinsen.

Um ein Tagesgeldkonto zu eröffnen, benötigt der Anlieger ein sogenanntes Referenzkonto. Dieses ist in den meisten Fällen das eigene Girokonto. Über dieses Referenzkonto werden alle Transaktionen, welche im Zusammenhang mit dem Tagesgeldkonto stehen, getätigt. Der Anleger selbst sowie jede andere Person kann von jedem Girokonto bei jeder Bank auf das entsprechende Tagesgeldkonto einzahlen. Rücküberweisungen hingegen können ausschließlich vom Inhaber des Tagesgeldkontos veranlasst werden und erfolgen ausschließlich per Überweisung auf das bei der Eröffnung angegebene Referenzkonto.

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Festgeld

Festgeldkonten werden zum Aufbau von liquiden Mitteln über einen fest definierten Zeitraum benutzt. Dieser variiert meist zwischen 30 Tagen und 60 Monaten und umso länger der Anlagebetrag der Bank zur Verfügung gestellt wird, umso höher fallen die Zinsen aus. Diese sind auf die Laufzeit garantiert und werden nicht entsprechend der Marktentwicklung angepasst. Daraus folgt, dass sich Zinseinnahmen besser planen lassen. Ein Festgeldkonto bietet also Planungssicherheit. Allerdings büßt der Anleger bei positiver Marktentwicklung unter Umständen auch Zinserträge ein. Meist liegt der Mindestanlagebetrag zwischen 2.500 und 5.000 Euro. Ein Festgeldkonto lässt sich nicht ohne Weiteres kündigen und der Anleger hat nur unter Angabe von triftigen Gründen Zugriff auf seine Einlagen. Ein vorzeitiger Zugriff auf das Kapital muss durch den Anleger begründet werden und ist mit teils erheblichen Zinseinbußen verbunden.

Beim Festgeld greift nicht der Zinseszinseffekt. Der Zinsertrag wird zwar meist jährlich dem Festgeldkonto gutgeschrieben, doch wird dieser bei der Berechnung der Zinsen nicht berücksichtigt. Nach Ende der vereinbarten Laufzeit wird also der Anlagebetrag plus der Zinsertrag ausgeschüttet, ohne, dass ein Zinseszinseffekt entsteht. Der Anleger kann dann entscheiden, ob er die Anlage prolongiert, das heißt, ob er die Anlage des Festgeldes nochmals verlängert. Tut er das, gelten ab diesem Zeitpunkt die dann gültigen Zinssätze. Für Anleger empfiehlt sich ein Anlagezeitraum zwischen 12 und 24 Monaten, da bei diesen Laufzeiten meist die höchsten Zinserträge erzielt werden. Auch für die Eröffnung, Führung und Schließung eines Festgeldkontos entstehen dem Anleger im Regelfall keine Kosten.

Ein Festgeldkonto kann einfach eröffnet werden, benötigt aber ein Verrechnungskonto, welches im Normalfall das Girokonto des Anlegers ist. Auf dieses werden die Zinseinkünfte nach Ablauf der Anlagedauer überwiesen. Der Anleger muss geschäftsfähig sein, und da Festgeldkonten nur unter eigenem Namen eröffnet werden können, ist die Bank zu einer Legitimationsprüfung verpflichtet. Bei der Hausbank erfolgt diese mithilfe des Personalausweises, während bei Direktbanken das Post-Ident-Verfahren Anwendung findet.

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Wesentliche Unterschiede zwischen Festgeldkonto und Tagesgeldkonto

Ob das Festgeldkonto oder das Tagesgeldkonto die richtige Wahl ist, hängt von den individuellen Gegebenheiten des Anlegers ab. Während das Tagesgeldkonto eine hohe Flexibilität durch täglichen Zugriff auf das angelegte Kapital ermöglicht, verzichtet der Anleger beim Festgeld über einen längeren Zeitraum auf den angelegten Betrag. Dafür garantiert ihm die Bank über die gesamte Laufzeit einen Festzins, der auch bei einem schwächelnden Finanzmarkt nach dem Anlagezeitraum ausgezahlt wird. Das Tagesgeld bietet nicht diese Planungssicherheit, da sich nach einer meist angebotenen Zinsfestschreibungsphase für Neukunden mit attraktiven Zinsen, der Zins an den Bewegungen des Kapitalmarktes sowohl nach oben als auch nach unten orientiert. Beim Tagesgeldkonto ist der Anleger also dazu angehalten die Zinsbewegungen zu verfolgen, um gegebenenfalls reagieren zu können und auf eine andere Anlageform oder ein anderes Tagesgeldkonto mit attraktiveren Zinsen auszuweichen. Während beim Tagesgeldkonto normalerweise kein Mindestanlagebetrag vorgeschrieben ist, steht dem Anleger ein Festgeldkonto meist erst ab 2.500 Euro offen.

Beim Festgeldkonto greift nicht der Zinseszinseffekt, da die meist jährlich gutgeschriebenen Zinsen nicht dem Anlagebetrag hinzugerechnet werden. Anders beim Tagesgeld. Hier werden je nach Vereinbarung die Zinsen dem jeweiligen Tagesgeldkonto gutgeschrieben. Dadurch erhöht sich der Anlagebetrag, auf den schon im nächsten Anlagezeitraum Zinsen fällig werden.

Ähnlichkeiten zwischen Festgeldkonto und Tagesgeldkonto

Vom Handling her sind sowohl das Festgeldkonto als auch das Tagesgeldkonto einfach. Beide lassen sich ausschließlich auf den eigenen Namen eröffnen und benötigen ein Referenzkonto, welches zum Beispiel das Girokonto des Anlegers sein kann. Darüber hinaus fallen bei beiden Anlageformen normalerweise keine Gebühren für die Eröffnung, Verwaltung oder Schließung des Kontos an. Befinden sich die Konten bei deutschen Banken, unterliegen diese den strengen Richtlininen der Bankenaufsicht und das angelegte Kapital ist durch weitreichende Einlagensicherungssysteme abgesichert.

Frage & Antworten

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  1. Duc H. fragte am #

    In welchem Zeitraum werden die Zinsen für ein Festgeldkonto gutgeschrieben? Welche Laufzeit hat ein Festgeldkonto?

    1
    • Antwort der Redaktion vom 19.03.2012 um 08:35: #

      Bei den meisten Angeboten werden die Zinsen bei Laufzeiten von weniger als einem Jahr zum Ende der Laufzeit und bei Laufzeiten von mehr als einem Jahr jährlich gutgeschrieben. Ausnahmen gibt es dahingehend, dass bei einigen Festgeldkonten eine monatliche Zinszahlung oder die Zahlung der gesamten Zinsen zum Laufzeitende auch bei mehrjährigen Anlagen möglich ist. Laufzeiten gibt es von 1 Tag bis hin zu 10 Jahren.

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  2. Duc H. fragte am #

    [Ich habe dar so eine Aufgabe und ich komme einfach nicht weiter, weil ich nicht verstehe wie man vorgeht oder es rechne, ihr könnt mir auch einfach nur schreiben wie man es rechnet bzw. wie man vorgeht.] Meine Frage: “So verändert sich Dirks Sparkonto: Am Anfang des Jahres besaß er 1500€ Guthaben. Nach zwei Monaten konnte er 800€ einzahlen. Nach weiteren zwei Monaten kamen noch einmal 500€ dazu. Jedoch nach vier Monaten hob er 1000€ ab. Wie viel Zinsen wurden ihm nach Ablauf eines Jahres gutgeschrieben, wenn die Sparkasse 3% Zinsen zahlt ? “

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    • Antwort der Redaktion vom 20.03.2012 um 16:40: #

      Gehen wir davon aus, dass alle Ein- und Auszahlungen innerhalb eines Zinsintervalls erfolgen, also keine Zinszahlungen zusätzlich zu den Einzahlungen zu berücksichtigen sind, ist das ganze eine simple Rechenaufgabe: 1.500 Euro liegen 12 Monate lang, 800 Euro 10 Monate Lang und 500 Euro 8 Monate lang auf dem Konto. Kontostand und Zinsen laufen wie folgt auf: Start: 1.500 Euro, die 2 Monate lang verzinst werden (7,50 Euro Zinsen), 2.300 Euro, die ab dem 3. Monat 2 Monate lang verzinst werden (11,50 Euro Zinsen) und dann nach 4 Monaten 1.800 Euro, welche die restlichen 8 Monate lang verzinst werden (36,00 Euro Zinsen). Ergibt in Summe 55,00 Euro Zinserträge.

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  3. Duc H. fragte am #

    Was sind die Nachteile eines Festgeldkontos?

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    • Antwort der Redaktion vom 22.03.2012 um 06:41: #

      Die Nachteile sind in erster Linie die eingeschränkte Verfügbarkeit während der Laufzeit. In der Regel kann vor deren Ablauf gar nicht oder nur unter Verzicht auf einen Großteil der bis dahin erwirtschafteten Zinsen auf das angelegte Geld zugegriffen werden. Dem gegenüber stehen in der Regel höhere Zinsen – insbesondere bei längeren Laufzeiten.

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  4. Duc H. fragte am #

    Welches von den folgenden Sparmodellen würdet ihr mir empfehlen ? (Tagesgeldkonto, Festgeldkonto oder Sparbuch)

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    • Antwort der Redaktion vom 28.03.2012 um 10:28: #

      Das hängt von Ihren Anlagevorstellungen ab. Über Geld auf dem Tagesgeldkonto können Sie täglich verfügen, beim Festgeld bekommen Sie höhere Zinsen, müssen aber bis zum vereinbarten Laufzeitende durchhalten. Sparbuch würden wir gar nicht mehr empfehlen, da moderne Tagesgeldkonten im Durchschnitt deutlich höhere Zinsen bei ubegrenzter Verfügbarkeit bieten. Beim Sparbuch können Sie ja nur eingeschränkt sofort über Ihr angelegtes Geld verfügen.

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