Tagesgeld

Freitag den 18.02.2011

Tagesgeld

Tagesgeld bezeichnet die kurzfristige Anlage von Geld auf einem Tagesgeldkonto. Der Inhaber des Kontos kann dabei täglich über sein Geld verfügen, es gibt keine Kündigungsfristen. Im Normalfall ist ein Tagesgeldkonto nicht für den täglichen Geldverkehr gedacht, es können von diesem Konto also keine Lastschriften abgebucht oder Überweisungen ausgeführt werden. Die Einzahlung auf sowie die Auszahlung von einem Tagesgeldkonto geschieht im Normalfall ausschließlich durch ein Referenzkonto, meist ein Girokonto bei der selben Bank.

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Zinsen aufs Tagesgeld

Die Verzinsung auf einem Tagesgeldkonto kann sich theoretisch jeden Tag ändern. In der Praxis bleiben die Zinssätze oft über viele Monate konstant. Dies liegt daran, dass zinssensible Kunden mit geringem Aufwand ihr Geld von einem Tagesgeldkonto auf ein anderes überweisen können. Eine Zinssenkung kann daher zu einem größeren Kapitalabfluss innerhalb weniger Tage führen. Das kann für die Bank teuer werden, wenn diese sich deshalb auf dem Interbankenmarkt Geld leihen muss.

Das Zinsniveau ist bei Tagesgeld, im Vergleich zu Festgeld oder anderen Anlagen, relativ gering. Allerdings versuchen Banken vermehrt, über attraktive, oft zeitlich befristete Zinssätze Kunden zu werben, und diesen in der Folge weitere Produkte zu verkaufen. Deshalb liegt die Verzinsung eines Tagesgeldkontos heute häufig über den Zinsen eines Sparbuches bei der gleichen Bank. Viele Tagesgeldkonten werden außerdem als reine Online-Konten geführt. Hier spart die Bank die Kosten für Filialen und Beratung, und der Kunde profitiert von deutlich höheren Zinsen als bei Angeboten von Filialbanken. Allerdings ist zu beachten, dass einige Online-Anbieter kein Girokonto als Referenzkonto anbieten. Der Geldtransfer kann dann einen Tag länger dauern als innerhalb eines Institutes. Die Auszahlung der Zinsen kann monatlich, jährlich oder einmal im Quartal erfolgen. Sicherheit Tagesgeldkonten sind über die gesetzliche Einlagensicherung zu 100% bis 100.000 Euro abgesichert. Sie gelten daher als mündelsicher. Viele Banken gehören außerdem privaten Einlagensicherungsfonds an, die höhere Beträge absichern.

Tagesgeld als Geldanlage?

Auch wenn es Angebote mit relativ hohen Zinsen gibt, ist ein Tagesgeldkonto nicht als Anlage zur Geldvermehrung geeignet. Der Tagesgeldzins ist oft nicht höher als die Inflationsrate, bei niedriger Verzinsung kann deshalb sogar ein Realverlust eintreten. Einen guten Zinssatz vorausgesetzt, kann man mit dem Tagesgeld, im Gegensatz zum Girokonto, aber zumindest für den Inflationsausgleich sorgen, wenn man kurzfristig keine geeignete Anlage im Blick hat oder aufgrund ungewisser Zukunftsaussichten Wert auf Liquidität legt. Zudem eignet sich ein Tagesgeldkonto als „Ansparkonto“, auf das man per Dauerauftrag jeden Monat eine bestimmte Summe einzahlt, um ein bestimmtes finanzielles Ziel zu erreichen.