Tagesgeldzinsen

Montag den 18.04.2011

Wissenswertes zu Tagesgeldzinsen

Seit dem Börsencrash des Jahres 2000 und der Entstehung der Online Banken gewannen die bis dahin nur aus dem Interbankenverkehr bekannten Tagesgeldzinsen auch für Privatpersonen zunehmend an Bedeutung. Zum einen war eine sichere, flexible Zwischenanlage gefragt, zum anderen konnten die Institute durch die kostengünstigen Online-Konten Tagesgeldzinsen anbieten, die deutlich über den Zinsen für Sicht- oder gesetzliche Spareinlagen lagen. Inzwischen gehören Tagesgeldanlagen zu den Standard-Produkten fast jeder Bank, und in unzähligen Tagesgeldvergleichen wird der private Verbraucher über die Entwicklung der Tagesgeldzinsen stets auf dem Laufenden gehalten.

{tagesgeldrechner}

Tagesgeldzinsen vergleichen

Ursprünglich wurde der Begriff Tagesgeldzins dahingehend definiert, dass es sich um einen variablen Zinssatz für eine jederzeit kündbare Einlage handelt. Zwischenzeitlich ist diese Erläuterung aber nicht mehr in jedem Fall zutreffend: Zwar handelt es sich bei einem Tagesgeld nach wie vor um eine jederzeit fällige Anlage, aber diverse Institute sind dazu übergegangen, auch für Tagesgelder einen für eine bestimmte Zeit garantierten Zinssatz zu zahlen. Doch auch in einem solchen Fall kann der Anleger das Tagesgeld jederzeit auflösen. Die Zinszahlungen für Tagesgelder können monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich erfolgen. Da in der Werbung für ein Tagesgeld in der Regel der Nominalzinssatz genannt wird, die Zinszahlung sich aber durch entstehende Zinseszinseffekte auf den Effektivzinssatz auswirkt, sollte bei der Wahl des Anbieters auch der jeweilige Zinstermin beachtet werden.

Tagesgeldzinsen sind steuerpflichtig

Tagesgeldzinsen sind wie alle Einkünfte auf Kapitalvermögen steuerpflichtig. Sofern keine andere Weisung erfolgt, wird die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und eventueller Kirchensteuer direkt vom Anlageinstitut an das Finanzamt abgeführt. Doch da Kapitaleinkünfte bis zu 801 Euro pro Person (1.602 Euro für Verheiratete) steuerfrei sind, hat der Anleger die Möglichkeit, dem Anlageinstitut eine Freistellungserklärung vorzulegen. Diese Erklärung berechtigt die Bank, die Tagesgeldzinsen bis zu Höhe des angegeben Betrages, maximal bis zu 801 Euro pro Person, ohne Steuerabzug an den Kontoinhaber auszuzahlen. Tagesgeldzinsen orientieren sich an dem Leitzinssatz der EZB, also dem Satz, zu dem sich die Banken kurzfristiges Geld bei der Europäischen Zentralbank ausleihen können. Dennoch besteht keine direkte Koppelung, was auch dadurch deutlich wird, dass die Höhe der Tagesgeldzinsen bei den verschiedenen Banken sehr unterschiedlich sein kann.

Zinssatz für Tagesgeld

Grundsätzlich gilt, dass die Tagesgeldzinsen über dem Zinssatz liegen, der für täglich fällige Guthaben auf einem Girokonto vergütet wird, sofern eine Vergütung dort überhaupt angeboten wird. Aufgrund der kostengünstigen Online-Konten liegen die Tagesgeldzinsen zudem in der Regel deutlich über dem Spareckzins. Tagesgeldszinsen sind nicht für jeden Anleger und für jeden Anlagebetrag erhältlich. Die Angebote vieler Institute richten sich nur an Privatkunden und beinhalten oft Mindest- und/oder Höchstbeträge. Auch der von einem Institut angebotene Tagesgeldzins ist nicht immer für jede Anlage erhältlich, sondern kann sich mit der Höhe des Anlagebetrages verändern.