Hohe Defizite beim Finanzwissen der Schulabgänger

Dienstag den 19.04.2011

Viele Studien bestätigen es immer wieder aufs Neue: Deutschlands Schulabgänger sind beim Wissen rund um das Thema Wirtschaft und Finanzen oftmals nicht ausreichend ausgebildet. Dieser Ansicht sind nicht nur die Unternehmen, die in Vorstellungsgesprächen gern einfache volkswirtschaftliche Zusammenhänge hinterfragen oder verschiedene Begriffe aus der Finanzwelt abfragen, sondern auch die Schülerinnen und Schüler selbst. Kaum jemand – bestätigte jetzt eine Umfrage – fühlt sich beispielsweise in Fragen rund um die Altersvorsorge, Versicherungen, Finanzprodukte der Banken oder Börse vernünftig ausgebildet. Die Probleme fangen oft schon dann an, wenn die Jugendlichen ein eigenes Konto bei einer Sparkasse oder Volksbank einrichten möchten um eigenständig über ihr Taschengeld verfügen zu können. Ein Beratungsgespräch bei der Bank wirft oftmals mehr Fragen auf, als es eigentlich klärt. Was ist ein Freistellungsauftrag? Wann fallen Kontoführungsgebühren an? Was ist der Unterschied zwischen Girokonto, Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto? Mit diesen Themen setzt man sich im Rahmen der schulischen Ausbildung zu wenig auseinander.

Viele Schulen wollen diesem Trend nun in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Banken und den Schülerinnen und Schülern selbst entgegenwirken. Oftmals werden Veranstaltungen in den Schulen organisiert, bei denen Referenten Vorträge zu entsprechenden Themen halten und sich den Fragen der Schüler stellen. Vermehrt präsentieren sich auch die Banken mit eigenen Initiativen in den Schulen. So haben die Commerzbank mit dem Planspiel „Music needs money“, dir Versicherer Allianz mit „My Finance Coach“ oder der deutsche Bankenverband mit dem Planspiel „Schulbanker“ Offensiven für mehr finanzielle Allgemeinbildung ins Leben gerufen. In einigen Bundesländern wird zudem von Seiten der Politik über die Einführung des Fachs „Wirtschaft“ an den Schulen diskutiert.