4,1 % Zinsen: Griechenland begibt Dreimonatspapier erfolgreich

Mittwoch den 20.04.2011

Die Diskussion um die Schuldenkrise in Griechenland reißt nicht ab. Ständig werden Forderungen nach einem Schuldenschnitt („Hair Cut“) laut, ständig werden Gerüchte, Griechenland bereite sich auf diesen Schritt vor, von Offiziellen wieder dementiert. Der griechische Finanzminister ließ erst kürzlich verlauten, er sei langsam davon gelangweilt, andauernd Dementis öffentlich zu machen. Von einem „Hair Cut“ wolle er nichts wissen und er sei auch nicht angestrebt. Inzwischen hat Griechenland ein Dreimonatspapier erfolgreich für die kurzfristige Finanzierung platzieren können – allerdings unter Inkaufnahme eines äußerst hohen Zinses. Mehr als 1,5 Milliarden Euro stehen Griechenland damit für die kommenden 13 Wochen zur Verfügung, der Staat bezahlt den Investoren dafür einen Zins in Höhe von 4,1 Prozent. Auf diesen Zins kommt man, wenn man die Rendite der 13-Wochen-Anlage auf das gesamte Jahr verrechnet.

Trotz des hohen Zinses herrscht Erleichterung in Athen, dass diese Finanzierungsmaßnahme erfolgreich durchgeführt werden konnte und die Liquidität damit für den angegebenen Zeitraum gesichert ist. Diese Maßnahmen führen die Griechen häufig durch um sich kurzfristig refinanzieren zu können. Für langfristige Bedürfnisse wird jedoch der Hilfsfonds des Internationalen Währungsfonds in Anspruch genommen. Zukünftig steht auch der Europäische Stabilitäts-Mechanismus (ESM) für Finanzierungszwecke zur Verfügung, auch wenn der griechische Finanzminister diesen lieber nicht nutzen möchte. In der Zwischenzeit hat es bei den Renditen für griechische Staatsanleihen („Bonds“) wieder Rekordwerte gegebene. Die Zinsen für die zehnjährige Staatsanleihe notierten um die 15 Prozent, die zweijährige Anleihe wird mit fast 20 Prozent Zinsen vergütet. Diese Entwicklung zeigt wohl, dass Anleger trotz des Erfolges des Dreimonatspapiers ein ziemlich erhöhtes Risiko sehen. Auch könnte man daraus ablesen, dass ein „Hair Cut“ wohl trotz aller Dementis schon relativ kurzfristig (Zinsentwicklung der 2-Jahres-Bonds) in Aussicht stehen könnte.