Ende der Niedrigzinsperiode?

Mittwoch den 20.04.2011

Vor kurzem hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Konsequenzen aus der anziehenden Inflation in Europa gezogen. Aufgrund einer Inflationsrate von deutlich über 2 Prozent hat sich die EZB als Hüterin der Preisstabilität dazu entschieden, den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte anzuheben. Anlageberater und Aktienanalysten sehen in diesem Schritt jedoch noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Sie rechnen mit einer weiteren Anhebung des EZB-Leitzinses bis knapp unter 2 Prozent, in quartalsweisen Schritten.

Ende der Niedrigzinsperiode: Tagesgeldzinsen dürften steigen

Wenn dieser Fall tatsächlich eintritt, würde dies das Ende der nun lang dauernden Niedrigzinsperiode bedeuten und einen Mechanismus in Gang setzen, der wohl auch die Zinsen auf Tagesgeld mittelfristig positiv beeinflussen wird. Denn der EZB-Leitzins entspricht letztlich dem Zins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der EZB Geld für ihre Geschäfte leihen können. Dieses Vorgehen ist das gängigste Mittel, zudem sich Geschäftsbanken refinanzieren. Wird dieses Verfahren teurer, werden bevorzugt auch noch andere Varianten für die Refinanzierung hinzugezogen. Eine davon ist das Tagesgeld. Denn auch Tagesgeldanleger stellen den Banken ihr Geld zur Verfügung – ebenfalls zu einem Zins. Wenn nun die Zinsen bei der EZB steigen, dann dürften auch die Zinsen auf das Tagesgeld steigen.

Tagesgeld und Inflation

Damit ist also auch ein Zusammenhang zwischen den Tagesgeldzinsen und der Inflation hergestellt. Es kann vermutet werden, dass mit steigender Inflation auch die Zinsen auf das Tagesgeld steigen. Dies muss aus Anlagesicht auch unbedingt der Fall sein, da sonst letztlich die Einlagen wegen des Preisanstiegs an Kaufkraft einbüßen müssen. Ob das Ende der Niedrigzinsperiode allerdings eingeläutet ist, bleibt noch abzuwarten und anhand der Aktionen der EZB zu beobachten.