Katastrophen-Anleihe könnte für Anleger zur Katastrophe werden

Donnerstag den 21.04.2011

Auf der diesjährigen Hauptversammlung des weltweit größten Rückversicherers Munich Re herrschte eine positive Stimmung unter den Aktionären. Und das trotz eines erstmalig ausgewiesenen negativen Quartalabschlusses. Ein positiver Gewinn im ersten Quartal 2011 sei, so der Vorstandsvorsitzende von Munich Re, Nikolaus von Bomhard, aufgrund der zahlreichen Katastrophen zu Beginn des Jahres nicht möglich gewesen.

Munich Re: Katastrophen mindern Konzerngewinn

Dazu hätten unter anderem die zahlreichen Zahlungsverpflichtungen in Verbindung mit dem verheerenden Erdbeben in Japan, aber beispielsweise auch die starken Überschwemmungen in Australien beigetragen. Dennoch zeigten sich die Aktionäre mit dem Kurs des Vorstandschef zufrieden, stellten aber auch Nachfragen danach, ob es in Zukunft überhaupt noch möglich sei, die Risiken und Folgen von Erdbeben zu versichern. Die Antwort von von Bomhard war eindeutig. Der Konzern sei auf derartige Ereignisse vorbereitet gewesen und man wolle sich auch in Zukunft weiter engagieren.

Anleihe: Anlegern droht Ausfall

Eine nicht so positive Nachricht musste jedoch im Bezug auf eine Katastrophen-Anleihe vermeldet werden. Zwar gab es auf der Hauptversammlung keine offizielle Stellungnahme, aber die meisten Akteure im Markt gehen davon aus, dass Anleger, die in eine Katastrophen-Anleihe von Munich Re investiert haben Volumen: 300 Millionen Euro) ihr Geld wohl nicht zurückbezahlt bekommen. Dieser Muteki-Bond ist so konstruiert, dass die Investoren je nach Schadensausmaß einer Katastrophe beteiligt werden. Ist der Schaden einer Katastrophe groß, ist er dies auch finanziell für die Anleger. Dies wäre das erste Mal in der Geschichte, dass ein derartiger Bond komplett nicht zurückgezahlt werden kann.