Schützen Inflationsanleihen wirklich vor Inflation?

Freitag den 22.04.2011

Die Meldungen über den drohenden Preisanstieg im Euro-Raum nehmen zu und bei vielen Investoren wird die Angst vor einer kaufkraftvernichtenden Inflation größer. Viele sehen sich derzeit nach Geldanlagen um, die vor der Inflation schützen. Dabei kommt nicht nur das sichere Tagesgeld oder Festgeld in den engeren Entscheidungskreis, die bei einem Zinssatz, der über der Inflationsrate liegt vor dem Kaufkraftverlust schützen, sondern verstärkt auch sogenannte Inflationsanleihen.

Tagesgeld und Festgeld schützen vor Inflation

Diese werden in letzter Zeit häufig von Emittenten auf den Markt gebracht und stoßen auf Interesse. Schließlich sollte einem schon allein bei dem Wort „Inflationsanleihe“ auffallen, dass hier mit den Gefühlen der Anleger gespielt wird. „Inflation“ steht für Risiko und Unsicherheit. „Anleihe“ wiederum für das genaue Gegenteil. Damit stellt dieser Begriff aus Marketingsicht schon ein sehr interessantes Feld ab – aber was versprechen Inflationsanleihen? Und viel wichtiger: Halten sie die Versprechen auch?

Inflationsanleihen: halten sie, was sie versprechen?

Die Stimmen, die vor der Inflationsanleihe als scheinbar sichere oder kaufkrafterhaltende Geldanlage warnen, mehren sich mit der steigenden Zahl der Emittenten dieser Anleihen. Pauschalisieren kann man nie, aber die durchgängige Kritik an Inflationsanleihen mag teilweise einleuchtend sein: Viele dieser Anleihen sind so konzipiert, dass sie im ersten Jahr eine fixe Zinszahlung garantieren, in den darauffolgenden Jahren dann Zinszahlungen, die an bestimmte Entwicklungen gekoppelt sind. Dies kann die Entwicklung der Inflation sein, aber auch die Entwicklung eines Aktienindexes oder auch an beides. Wer sich diese Konditionen genau anschaut, wird schnell feststellen, dass bei einer sehr schlechten Renditeentwicklung des Indexes möglicherweise sogar eine negative Rendite bei der Inflationsanleihe vor kommt. Man kann sogar einen Verlust einfahren, was sicher nicht das Ziel der schutzsuchenden Anleger ist.

Zinszahlungen gekoppelt an Inflation und/oder Aktienindex

Neben dieser Hauptkritik steht die Rendite von Inflationsanleihen für die Anleger insgesamt im Kreuzfeuer der Kritiker. Auch die Kosten für das Zeichnen der Anleihe sollten ganz genau betrachtet werden. Es kann offensichtlich möglich sein, dass die Kosten in Form des Ausgabeaufschlages sowie der Gebühr für die Verwaltung der Anleihe die erwirtschaftete Rendite übersteigt und damit ebenfalls ein Verlust droht. Fazit: Ganz gleich ob die Kritik zutrifft oder nicht. Genaues hinschauen auf die benannten Aspekte empfiehlt sich in jedem Fall.