Sarkozy unterstützt Mario Draghi

Dienstag den 26.04.2011

Die Fronten im Kampf um den Chefsessel der Europäischen Zentralbank (EZB) klären sich immer mehr auf. Heute hat Frankreichs Staatspräsident den Schritt nach vorne gewagt und sich hinter den italienischen Notenbankchef Mario Draghi gestellt. Er halte Draghi für einen „geeigneten Mann“. Damit hat Sarkozy die erfolgreiche Kandidatur des Italieners noch wahrscheinlicher gemacht, als sich dies bereits in den vergangenen Wochen andeutete. Die Reihe der wichtigen Unterstützer innerhalb Europas wird damit immer größer.

Sarkozy unterstützt Mario Draghi bei EZB-Kandidatur

Der bisherige EZB-Präsident, Jean-Claude Trichet aus Frankreich, gibt sein Amt schon bald nach Ablauf seiner Amtsperiode ab. Als bisher aussichtsreichster Kandidat galt der Deutsche Axel Weber, der jedoch kürzlich plötzlich seinen Rückzug vom Chefposten der Deutschen Bundesbank bekanntgab und sich damit auch den Schritt hin zum EZB-Chefsessel verbaute. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich seitdem zu der Frage, wer Trichet als EZB-Präsident nachfolgen soll, sehr zurückgehalten.

Deutscher Kandidat an EZB-Spitze scheint unmöglich

Merkel hat mit Weber ihren präferierten Kandidaten verloren. Andere „geeignete Personen“ aus Deutschland sind derzeit offensichtlich nicht in der engeren Auswahl. Niemand besitzt einen Bekanntheitsgrad und die fachlichen Kenntnisse wie Axel Weber, der nun wieder als Hochschulprofessor lehren will.

Draghi ist Italiener – steht er für Stabilität?

Auch wenn die Diskussion um die Nationalität Draghis möglicherweise fehl am Platze ist. Die Assoziationen mit der italienischen Schuldenkrise und der vermeintlich dort mangelnden Haushaltsdisziplin werden regelmäßig in den Medien verkündet. Sarkozy meint, dies sei kein Nachteil für Draghi: „Ich kenne Draghi gut. Wir unterstützen ihn nicht, weil er Italiener ist, sondern weil er ein guter Mann ist“. Nun stellt sich noch die Frage, wie sich Angela Merkel verhalten wird.