Ökonomie: Verlierer und Gewinner derJapan- Krise

Mittwoch den 27.04.2011

Das verheerende Erdbeben, der Tsunami und dann noch die Atom-Katastrophe in Fukushima. Japan ist im März 2011 von gleich drei enormen Krisen und Katastrophen heimgesucht worden. Bis vor wenigen Wochen flimmerten die Schreckensmeldungen noch fast stündlich über die Fernsehbildschirme. Aktuell nimmt das Medieninteresse an den Vorkommnissen ab, dabei sind noch nicht einmal genaue Schätzungen zum Schadensausmaß bekannt. Ökonomisch wird die Japan-Krise immense Folgen haben, nicht nur für das Land selber.

Krise: Autobauer in Japan am Scheideweg

Die Industrie Japans liegt weitestgehend brach. Während deutsche Automobilkonzerne nicht in großartiger Art und Weise von Unterbrechungen der Lieferketten betroffen waren, steht es um Automobilhersteller wie Toyota derzeit sehr schlecht. Zerstörte Betriebe der Zulieferer und viele Probleme in den eigenen Werken machen es den Japanern unmöglich, Aufträgen und Lieferungen nachzukommen. Etwa 350000 Autos wird Toyota wohl weniger ausliefern als geplant. Auch Luxusprodukte werden wohl in nächster Zeit nicht gefragt sein – und das in Japan, wo doch sonst immer besonderer Wert darauf gelegt wird.

Zwei Seiten einer Medaille: Unternehmen profitieren von Katastrophe

Was des einen Leid, ist des anderen Glück: Natürlich gibt es auch Industrien, die entschieden von den Wiederaufbauprogrammen in Japan profitieren werden. Insbesondere die Bau-Branche wird in den kommenden Monaten und Jahren viel zu tun haben. Gerade die Unternehmen, die sich auf die (Wieder-)Herstellung von Infrastruktur spezialisiert haben, werden gut gefüllte Auftragsbücher vermelden können. Zwar können die japanischen Unternehmen dies auch aus Eigenleistung schaffen, deutsche Unternehmen werden allerdings auch von der starken Nachfrage profitieren können. Aber auch Hersteller von Produkten, die sich auf die alltägliche Versorgung konzentrieren.