Nicht kostenlos: Kontoauszüge per Post

Freitag den 29.04.2011

Viele Bankkunden kennen das Problem: Holt man seine Kontoauszüge nicht regelmäßig ab und häufen sich viele Zahlungsvorgänge auf dem Konto an, erhält man irgendwann Post von der Bank mit den Kontoauszügen. Viele Kunden sind begeistert vom „Service“ der Bank, schließlich braucht man nicht unbedingt wöchentlich die Auszüge, sondern kann heutzutage per Online-Banking täglich selbst den aktuellen Kontostand abfragen. Ob dahinter ein „Service“ steckt bleibt allerdings die Frage, teilweise berechnen die Institute nämlich empfindliche Gebühren für die Zusendung von Kontoauszügen.

Kontoauszüge per Post: kein kostenfreier Service der Bank

Die Deutsche Bank lag im Zwist mit den Verbraucherzentralen, denn die Bank sendet ihren Kunden unaufgefordert die Kontoauszüge per Post zu, wenn sie innerhalb von 30 Tagen nicht abgeholt werden. Dann – so die Bank – heißt das automatisch, dass der Kunde die Auszüge gerne postalisch zugestellt haben möchte. Für die Zusendung fallen dann jedoch Gebühren von 1,49 Euro pro Sendung an.

Landgericht Frankfurt: Kontoauszüge nicht unaufgefordert zusenden!

Die Verbraucherzentrale hat nun vor dem Landgericht Frankfurt erreicht, dass Banken dies so nicht mehr handhaben dürfen. Unaufgefordert dürfen keinem Kunden mehr Kontoauszüge zugestellt und dafür ein Entgelt verlangt werden. Zwar ist das Urteil des Gerichts in Frankfurt noch nicht rechtskräftig (die Deutsche Bank könnte in Berufung gehen), aber stellt dennoch einen Vorteil für Bankkunden dar. Deutschlands größte Bank reagierte auf das Urteil mit Gelassenheit. Man wolle das Urteil genau prüfen und dann möglicherweise Konsequenzen ziehen. Bis dahin werden allerdings keine Entgelte mehr für die Zusendung der Kontoauszüge berechnet. Im Regelfall, so ein Sprecher der Bank, holen die Kunden ohnehin regelmäßig ihre Kontoauszüge ab.