Deutsche Börse und NYSE: Glänzende Zahlen, viele Fragen

Sonntag den 1.05.2011

Es droht eine nervenaufreibende Angelegenheit zu werden: die Ankündigung der Fusion der New Yorker Börse NYSE Euronext mit der Deutschen Börse in Frankfurt hat große Aufmerksamkeit erzeugt. So große Aufmerksamkeit sogar, dass der Intercontinental Exchange (ICE) ebenfalls ein Angebot zur Übernahme der NYSE Euronext unterbreitet hat. Dem ICE wäre der Zusammenschluss von NYSE und Deutscher Börse offenbar nicht gelegen. Viele Aktionäre der NYSE scheint ICE mit seinem Angebot überzeugt und auf seiner Seite zu haben. Eine derartige Stimmung verbreitete sich zumindest auf der Hauptversammlung.

Deutsche Börse und New York Stock Exchange: glänzende Zahlen für I/2011

Das Wichtigste zuerst: die Zahlen der NYSE sind sehr zufriedenstellend. Der Nettogewinn konnte um gut 20 Prozent gesteigert werden, auch die Umsatzerlöse konnte zulegen mit gut 5 Prozent Wachstum. Bei der Deutschen Börse sah es ähnlich positiv aus. Deutsche Börse – Chef Francioni konnte auf der Hauptversammlung bekanntgeben, dass der Gewinn sogar um 36 Prozent, die Umsatzerlöse um 8 Prozent angestiegen sein. Alle Zahlen beziehen sich dabei ausschließlich auf das erste Quartal des Jahres 2011.

Ungeklärt: Wer fusioniert mit wem?

Die Frage, wer nun mit wem fusioniert, blieb auf den Hauptversammlungen allerdings weiter unbeantwortet. Fakt ist, dass das Angebot der ICE an die NYSE aus Sicht der Aktionäre wohl deutlich besser ist, als das der Deutschen Börse. Zudem trauen viele Anleger den Deutschen nicht. Sie befürchten, dass der Vorstandschef der NYSE, Duncan Niederauer, seinen Einfluss verlieren wird. Dieser kämpft jedoch weiterhin engagiert für den Zusammenschluss mit der Deutschen Börse. Dies sei eine langfristige Perspektive für sein Unternehmen, was viele Vorteile mit sich bringe. Zum Beispiel die Möglichkeit, die asiatischen Märkte zu erschließen.