Anlageberatung ist Vertrauenssache

Sonntag den 1.05.2011

Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise, die mit der Pleite der Lehman Bank in den USA im Herbst 2008 ihren Anfang nahm, ist das Vertrauen in Banken und Finanzdienstleister bei den Bürgerinnen und Bürgern erheblich gesunken. Viele machen die Banker für den Ausbruch der Krise und alle damit verbundenen Konsequenzen verantwortlich. Viele haben immense Summen an Geld aus ihren Anlageprodukten verloren. Da fällt es verständlicher Weise schwer wieder Vertrauen aufzubauen – das merkt man insbesondere bei der Anlageberatung. Viele Menschen trauen ihrem Bankberater nicht mehr über den Weg – dieser hat es schwer, den Spagat zwischen guter Beratung und Provisionsgeschäft zu schaffen.

Vertrauen: Anleger misstrauen ihren Bankberatern

Die Verbraucherschützer in Deutschland haben schon seit langem auf viele bedenkliche Aspekte der Bankberatung hingewiesen. Neben der oft fehlenden Transparenz über die verschiedenen Anlageprodukte ist es meist die Entlohnung des Beraters, die eine fehlgeleitete Beratung wahrscheinlich macht. Die Analyse der Wünsche des Kunden und seines persönlichen Profils komme zu kurz, vielmehr würden ihm die Produkte verkauft, die für den Berater die höchste Provision erwirtschaften, kritisieren Verbraucherschützer.

Verbraucherschutz: zahlreiche Maßnahmen sollen mehr Transparenz schaffen

Die Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat schon kurz nach der Krise einige Maßnahmen getroffen um die Situation zu verbessern. So ist es verpflichtend, bei Beratungsgesprächen ein Protokoll zu führen. Ein Merkblatt zu den jeweiligen Produkten der Geldanlage soll zukünftig noch die nötige Transparenz verschaffen. Knackpunkt bleibt allerdings die Entlohnung. Forderungen nach einem anderen Modell werden laut: Berater sollten zukünftig auf Honorarbasis statt auf Provisionsbasis entlohnt werden. Davon halten wiederum auch viele nichts, denn für Honorare, die letztlich der die Beratung in Anspruch nehmende Kunde zu bezahlen hat, gäbe es momentan einfach keinen Markt.