Chancen und Risiken: Mikrokredite weniger gefragt

Mittwoch den 8.06.2011

Noch vor nicht allzu langer Zeit erlebten sogenannte Mikrokredite echte Höhenflüge bei der Gunst der Geldanleger. Mit diesen Kleinkrediten, die hauptsächlich an Projekte in ärmeren Ländern vergeben wurden, hatte man scheinbar auch als privater Geldanleger ein marktwirtschaftliches Instrument gefunden, was zum einen natürlich renditeträchtig ist, zum anderen aber eben auch mit zur Linderung von Not und Armut in den betroffenen Ländern beiträgt. Lange Zeit war dies auch der am weitesten verbreitete Glaube. Viele Erfolgsgeschichten konnten mit den Mikrokrediten auch gefiert werden. Spätestens seit der Finanzkrise ist diese Form der Geldanlage allerdings nicht mehr so stark nachgefragt wie vorher.

Mikrokredite: renditeträchtig und armutslindern?

Mittlerweile sind viele Geldanleger sehr vorsichtig geworden, denn erste Anzeichen einer Überschuldung von Kunden haben die Runde gemacht. Aufgrund des sehr starken Booms der Mikrokredite wurden die finanziellen Mittel offensichtlich nicht mehr mit der nötigen Zielrichtung eingesetzt und somit auch in Projekte investiert, bei denen von vorneherein klar war, dass eine Bedienung des Kredites in Zukunft offenbar gar nicht erst in Frage kommt.

Unterschiedliche Richtlinien für die Kreditvergabe birgt Risiko

Die Richtlinien für die Vergabe von Mikrokrediten unterschieden sich damals und auch heute noch stark von den Richtlinien, die normale Geschäftsbanken für die Vergabe von Krediten verwenden. Daher sind die Kapitalgeber der Mikrokreditverleiher zunehmend misstrauisch geworden und schichten ihr Kapital eher in sicherere Geldanlagen um. Vor allem in Osteuropa ist dies aktuell ein großes Problem. Hier haben die Mikrokreditverleiher mit immensem Kapitalmangel zu kämpfen.