3,5% Wachstum in 2011: Kieler Institut prognostiziert weiteres Boomjahr

Samstag den 11.06.2011

Die aktuellen Konjunkturanalysen zeichnen ein positives Bild für das Jahr 2011. Nachdem das reale Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr um 3,6 Prozent gewachsen ist, prognostizieren die Analytiker für das Jahr 2011 ein Wachstum von immerhin noch 2,8%. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hält diese Prognose sogar noch für zu pessimistisch und hat in dieser Woche seine Prognose eines Wachstums von 3,5% bekräftigt.

Kieler Institut: 3,5 Prozent BIP-Wachstum für 2011 erwartet

Deutschland befindet sich in einem sehr starken Aufschwung, auch wenn dieser an Dynamik etwas verliert. Im gesamteuropäischen Vergleich liegt die Bundesrepublik allerdings weiter an vorderster Stelle. Bemerkenswert ist allerdings das immens heterogene Bild, das sich aktuell in der Europäischen Union zeigt. Der Aufschwung ist getrieben vom starken Außenhandel. Daher profitieren exportorientierte Nationen, allen voran Deutschland, ganz besonders stark. Diese befinden sich in einem starken Aufschwung. Andere Länder hingegen profitieren keineswegs von dieser Situation. In Frankreich und Italien befindet man sich nur in einer allmählichen konjunkturellen Erholung. Ganz zu schweigen von den Peripherieländern, die sich zum Teil in Stagflation und Stagnation befinden.

Konjunktur: sehr heterogenes Bild in der Europäischen Union

Diese Ungleichgewichte spiegeln sich auch in der gesamten Weltwirschaft wider. Der Aufschwung ist hier vorrangig getrieben von den Schwellenländern. Die fortgeschrittenen Volkswirtschaften wie die USA oder Deutschland folgen mit einem leichten (USA) bis moderat/starkem Aufschwung (Deutschland). Die PIGS-Länder in der EU hingegen weisen negative Entwicklungen vor. Für das Jahr 2011 erwartet das Kieler Institut dennoch eine sehr gute Konjunktur. Der Ausblick für 2012 sieht dann immer noch positiv aus, allerdings deutlich weniger als in 2011.