Griechenland’s Rating: Was hat eine Herabstufung für Auswirkungen?

Dienstag den 14.06.2011

Wieder einmal schlechte Nachrichten aus Griechenland: die Ratingagentur Standard & Poor’s hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands weiter herabgestuft. Mittlerweile kann man von Ramschstatus mit hohem „default risk“ sprechen. Die EZB reagierte mit großer Besorgnis auf diesen Schritt, wird aber wie andere Ökonomen nicht müde zu betonen, dass es sich dabei an sich nur um die Äußerung eines Instituts für freie Meinungsäußerung handelt. In der Realität hat die Herabstufung aber dennoch sehr starke Auswirkungen. Was haben Ratings eigentlich für Effekte?

Ratingagenturen: Institute freier Meinungsäußerung mit starkem Einfluss

Grundsätzlich sind die Ratingsysteme der Agenturen durchaus miteinander vergleichbar. Die Ratings mit dem Buchstaben A und teilweise B symbolisieren „Investment Grade“, was meint, dass eine angemessene Kreditwürdigkeit existiert, die Investitionen erlaubt. Ratings mit den Buchstaben B und C symbolisieren „Speculative Grade“, der auf hohe Risiken (auch Ausfallrisiken) hinweist. Bewertet werden hauptsächlich die Staatsanleihen der entsprechenden Länder. Diese sind wichtige Anlageprodukte für Versicherungskonzerne oder Pensionsfonds, die teilweise auch genaue Vorgaben dazu haben, in welche Produkte mit welchem Rating sie investieren dürfen.

Ratings symbolisieren Risiko – Risiko bestimmt die Zinsen/Rendite

Senkt eine Ratingagentur also nun das Rating einer griechischen Staatsanleihe, heißt dies im Umkehrschluss, dass diese wohl stärker ausfallgefährdet ist und Investoren mehr Risiken tragen müssen. Wenn Investoren mehr Risiko tragen sollen, verlangen sie auch eine höhere Rendite (bzw. Zinsen) hierfür. Dies heißt wiederum, dass es für Griechenland immer schwieriger wird, sich an den Kapitalmärkten zu refinanzieren.