Japan: ökonomische Bilanz der Katastrophe

Donnerstag den 16.06.2011

Am 11. März 2011 brach über Japan eine Katastrophe noch nie dagewesenen Ausmaßes herein. Auf ein starkes Erdbeben folgte ein vernichtender Tsunami. Auf diese beiden Naturgewalten hin folgte der atomare Super-Gau in den Atomkraftwerken von Fukushima. Dort ist es, wie inzwischen bekannt geworden ist, in mindestens zwei Reaktoren zur Kernschmelze gekommen. Auch wirtschaftlich hat sich diese Katastrophe natürlich stark ausgewirkt. Mittlerweile befindet sich Japan im Wiederaufbau – über die Lage der Atomreaktoren besteht weiterhin keine 100prozentige Gewissheit.

Ökonomische Folgen der Japan-Katastrophe

Der materielle Schaden der Japan-Katastrophe in dem Land selbst ist enorm. Experten beziffern diese auf etwa 300 Milliarden Euro, was in etwa 6 Prozent des japanischen Bruttoinlandsproduktes entspricht. Darüber hinaus haben das Erdbeben und der Tsunami erhebliche Probleme in den Produktions- und Lieferketten der japanischen Wirtschaft verursacht. Diese hat zu Produktionsausfällen und einem Rückgang der Industrieproduktion von insgesamt 10 Prozent geführt.

Unsicherheit über radioaktive Kontamination

Die Auswirkungen der atomaren Krise sind bis zum jetzigen Zeitpunkt immer noch nicht absehbar. Der Super-Gau, der in Fukushima unbestritten stattgefunden hat, hätte noch den Höhepunkt erreicht, wenn Ballungsgebiete wie Tokio radioaktiv verseucht worden wären. Dies ist nicht eingetroffen, allerdings hat die Unsicherheit darüber dazu geführt, dass die Haushalte und die Unternehmen ihre Konsum- und Investitionsentscheidungen in die Zukunft vertagt haben. Dies hat letztlich auch Auswirkungen auf das inländische Volkseinkommen. Insgesamt geht das Frühjahrsgutachten 2011 davon aus, dass das japanische Bruttoinlandsprodukt in Folge der Katastrophe etwa 0,8 Prozent unter dem bisher Prognostizierten liegen wird.