Schutz der Spareinlagen: Europäisches Parlament bleibt hart

Montag den 20.06.2011

Auf der europäischen Ebene ist ein Streit um den Schutz von Spareinlagen ausgebrochen. Dieses Thema ist nicht zuletzt als Konsequenz aus der Finanzkrise der Jahre 2008/2009 auf die Agenda gesetzt worden und soll einen Mechanismus einrichten, der Kunden von Banken eine Sicherheit für ihre Spareinlagen gewährt. Um diese Sicherheit zu garantieren, sollen die Banken einen bestimmten Betrag pro Kunden jederzeit zurückhalten und als Reserve vorweisen.

Streit um Spareinlagen: Frankreich und Deutschland gegen die EU

Deutschland und Frankreich verfolgen jetzt offensichtlich Pläne, wonach der Schutz der Spareinlagen deutlich weniger streng durchgesetzt werden soll. Die Regierungen haben den Plan gefasst, dass die Banken nur 0,5 Prozent der Kundeneinlagen als Sicherheit zurücklegen sollen und einem Einlagensicherungssystem zuführen müssen. Damit würden die Banken im Falle einer Bankpleite eine Entschädigungssumme von 100.000 Euro pro Kunde als Ausgleich zur Verfügung stellen können. Diese 0,5 Prozent entsprechen jedoch nur einem Drittel des bisher Geforderten.

100.000 Euro Entschädigungssumme pro Bankkunde zu wenig?

Die Europäische Union, oder vielmehr das Europäische Parlament, will allerdings an den bisherigen Plänen, die 1,5 Prozent aller Kundeneinlagen als Rücklage fordern, festhalten und wehrt sich gegen die Pläne Deutschlands und Frankreichs. Der Rat der Finanzminister der Europäischen Union dürfte – nach aktuellem Stand – wohl sogar diesen Plänen folgen. Das Europäische Parlament wird sich nach Ankündigung von Sprachführern jedoch zur Wehr setzen.