Standard & Poor’s stuft den Eurostaat Zypern herab

Samstag den 30.07.2011

Die Zinsen auf die Staatsanleihen der europäischen Peripheriestaaten steigen teilweise weiterhin. Da Renditen immer ein Signal dafür sind, wie hoch entsprechend auch das Risiko des Investments ist, bedeutet dies nichts Gutes im Hinblick auf die Bonität der Schuldnerstaaten. Jetzt ist neben den lange bekannten Problemfällen Griechenland, Irland, Spanien und Portugal (auch PIGS genannt) ein weiteres Land in das Fadenkreuz der Ratingagenturen geraten: Zypern.

Zypern von S & P’s von A- auf BBB+ herabgestuft

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat die Kreditwürdigkeit des Staates vor wenigen Stunden von A- auf BBB+ herabgestuft. Damit befindet man sich zwar immer noch deutlich im Investment Grade, dennoch wird diese Meldung auf die Stimmung an den Finanzmärkten drücken und gegebenenfalls eine neue Befürchtung heraufbeschwören. Ob diese Herabstufung nachvollziehbar ist, steht wieder auf einem anderen Blatt Papier. Die Probleme Zyperns sind seit langem bekannt: hohe Staatsverschuldung, die Schuldenlast wird bis Ende des Jahres etwa 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes betragen, aber auch eine lahmende nicht wirklich dynamische Wirtschaftsentwicklung.

Zypern: zu wirtschaftlicher Instabilität kommt politische Instabilität

Allerdings stehen dieser Situation des Staates auch zahlreiche Bemühungen der Regierung entgegen, diese Situation zu verlassen. Es werden nicht nur Verhandlungen über die Konsolidierung des Haushaltes mit ernsthaften Zielen geführt, auch werden Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit erarbeitet. Die Begründung der Ratingagentur zur Herabstufung lautet nun, dass die Regierung es wohl schwierig werden habe, die gewünschten Ziele auch zu erreichen. Diese Aussage allein, scheint keine ausreichende Begründung zu sein. Die erklärende Hintergrundinformation lautet jedoch, dass infolge einer Explosion eines Elektrizitätswerk auf einem Militärstützpunkt mit 13 Toten die komplette Regierung zurückgetreten ist. Der Regierungschef selbst blieb zwar im Amt, dennoch paart sich nun politische mit wirtschaftlicher Instabilität.