Eurobonds: Lösung oder Gift für die Staatsfinanzen-Krise?

Samstag den 20.08.2011

Die Diskussion um eine Lösung der Krise der Staatsfinanzen in der Euro-Zone reißt nicht ab. Schließlich ist auch keine Lösung in Sichtweite. Zwar wird ein Krisengipfel nach dem anderen abgehalten, die aktuellen Entwicklungen an den Börsen zeigen jedoch, dass dadurch eher mehr Unsicherheit anstelle von mehr Sicherheit geschaffen wird. Wichtiges Element der Diskussion sind auch die sogenannten Euro-Bonds. Als Euro-Bond wird eine Anleihe verstanden, für die alle Euroländer mit ihrer Bonität gemeinsam bürgen und sich gemeinsam über diese eine Anleihe finanzieren. Somit würden die verschiedenen Zinsniveaus, zu denen sich derzeit über die Staatsanleihen die einzelnen Länder refinanzieren können, für die gesamte Eurozone gemittelt.

Euro-Bonds: Lösung oder Gift für die Staatsfinanzen-Krise?

Das Gespenst der „Vergemeinschaftung der Schulden“ wird immer wieder im Bezug auf Eurobonds angeführt. Teilweise ist diese Argumentation auch nachvollziehbar. Denn letztlich würden über Eurobonds Länder wie Deutschland mit ihrer Bonität für Länder wie Griechenland einspringen um den Griechen die Möglichkeit der Refinanzierung zu annehmbaren Zinssätzen zu ermöglichen. Eine derartige Vergemeinschaftung oder das Bürgen eines Eurolandes für ein anderes Land ist allerdings genau das, was mit den Maastricht Verträgen verhindert werden sollte und daher rechtlich auch extrem problematisch ist.

Merkel: Euro-Bonds sind mit Sicherheit schiefe Ebene

Auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich erneut vehement gegen die Einführung von Eurobonds ausgesprochen. Sie bezeichnete die Euro-Anleihen als schiefe Ebene, mit der man im besten Fall im europäischen Durchschnitt landet, wahrscheinlich aber alle noch gemeinsam schlechter würden. Staaten mit eher noch guten Refinanzierungsmöglichkeiten sprechen sich derzeit in Europa gegen die Anleihen aus. Hoch verschuldete Staaten plädieren für die Eurobonds.