Schuldenkrise der USA für Anleger kein Thema mehr?

Montag den 22.08.2011

Die Schuldenkrise in Europa ist weiterhin das beherrschende Thema unter den Anlegern. Schließlich gibt es fast auch tagtäglich neue Meldungen über Lösungsversuche und Krisengipfeln. Bis vor ein paar Tagen spitzte sich die Diskussion in den Medien und an den Märkten im Bezug auf die Schuldenprobleme der USA zu. Davon ist heute in den Nachrichten kaum mehr etwas zu vernehmen. Die Schuldengrenze wurde nach langem politischem Gezerre angehoben und nun sind scheinbar alle Probleme in den Vereinigten Staaten wieder gelöst. Aber hätte die Zahlungsunfähigkeit der USA tatsächlich zu den propagierten erheblichen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft geführt? Experten bestreiten mittlerweile, dass die USA zahlungsunfähig geworden wären, wenn die Schuldengrenze nicht in letzter Sekunde angehoben worden wäre.

USA: Diskussion um Staatsschulden nach Anhebung der Schuldengrenze abgeschwächt

Dass Amerika ein weitaus überschuldetes Land ist, ist nach der Debatte wohl jedem klar. Die expansive Geld- und Fiskalpolitik haben sich in den vergangenen Jahren gegenseitig verstärkt und negativ Einflüsse auf die Staatshaushalte ausgeübt. Dennoch nimmt man nun an, dass die USA die Zinszahlungen an die Gläubiger nicht einstellen müssen, sollte sie tatsächlich die gesetzliche Schuldengrenze überschreiten. Denn diese Bedienung der Gläubiger hat für die USA eine sehr hohe Priorität, weshalb vermutet werden kann, dass dies das letzte wäre an dem gespart wird. Schließlich hängen von der Bedienung der Gläubiger die Bonität und damit das Zinsniveau ab.

Annahme: USA werden Zinsen auch bei überschreiten der Schuldengrenze weiter bedienen

Die USA würden wohl kaum an einer Stelle Einsparungen vornehmen, die die Refinanzierung in der Zukunft verteuert. Andere Bereiche kämen für Sparmaßnahmen daher eher in Frage, beispielsweise der Militärhaushalt oder die Personalkosten des Staates. Diese Vermutung wird im Übrigen von den Anlegern an den Märkten gestützt, wenn man den Zinssatz einer zehnjährigen US-Staatsanleihe betrachtet, der mit etwa 3 Prozent auf einem sehr humanen Niveau liegt.