Private Haushalte in Deutschland verfolgen risikoaverses Anlageverhalten

Montag den 22.08.2011

Die Eigenschaften der Anleger sind gerade für Banken ein interessantes Forschungsfeld. Schließlich lässt sich anhand möglichst detaillierter Informationen, wie Privathaushalte bevorzugt ihr Geld anlegen möchten, eine gute Basis schaffen um Produkte zu erstellen und möglichst gut an den Mann zu bringen. Hinreichend bekannt ist eine Abneigung der deutschen Privathaushalte gegenüber dem Aktienmarkt. Diese Abneigung könnte teilweise geschichtliche Gründe haben. Wer sich nicht stark am Aktienmarkt engagiert, der geht vermutlich nicht gerne Risiken ein. Tagesgeldkonten oder das Sparbuch stehen in der ersten Reihe für risikoaverse Investoren, die lieber ihr Kapital gänzlich schützen möchten und dafür nur niedrige Renditen gern in Kauf nehmen. Schließlich ist Investieren immer eine Abwägung zwischen Rendite und Risiko. Wer Risiko am Aktienmarkt eingeht, sichert sich die Chance auf erhöhte Renditen. Wer hingegen das Risiko minimieren möchte, muss für den Schutz seines Geldes allerdings auch Kosten in Kauf nehmen. Und zwar Kosten in Form ebenfalls minimierter Chancen auf eine gute Rendite.

Risiko und Rendite: Deutsche Haushalte gehen lieber auf Nummer sicher

Die Gründe der Aversion deutscher Haushalte gegenüber dem Aktienmarkt sind sehr vielfältig, teils empirisch fundiert, teils basierend auf Vermutungen. Zum einen wird angeführt, dass die deutsche Wirtschaft sich zum größten Teil typischer Weise über Kredite finanziert und nicht auf Eigenkapital baut. Daher ist das Interesse an dieser Anlageform möglicherweise eher gering. Zudem muss sich ein Arbeitnehmer auch zwangsläufig nicht mit dem Thema der Geldanlage beschäftigen, da die Rentensysteme staatlich über Umlagen finanziert sind und etwa 70 Prozent aller Alterseinkommen abdecken. Daher nehmen nur die wenigsten privaten Haushalte einen langfristigen Vermögensaufbau mit alternativen Formen der Geldanlage vor.

Sparstrumpf, Sparbuch oder Tagesgeld?

Wer Geld zurücklegt, hat diesen auf seinem Girokonto, auf dem Sparbuch oder gar noch im Sparstrumpf deponiert. Die Aversion gegenüber alternativen Formen der Geldanlage geht teilweise so weit, dass sogar Tagesgeldkonten wenig Beachtung finden, die jedoch alle Sicherheiten wahren aber dennoch einen höheren Zins bieten.