Schäuble rechnet alle Szenarien durch – auch Staatspleite Griechenlands

Sonntag den 11.09.2011

Griechenland ist noch nicht aus dem Schneider. Im Gegenteil. Im Kampf gegen die Verschuldungskrise hat das Land ständig neue Herausforderungen zu bewältigen. Finanziell vorerst gerettet werden konnten die Griechen nur durch umfangreiche Rettungspakte, die durch die Europäische Union bereitgestellt wurden. Diese Hilfen wurden jedoch nur gegen gewisse Auflagen gewährt, nämlich gegen verstärkte Konsolidierungsbemühungen und konkrete politische Sparanstrengungen. Diese wurden von den Griechen auch angestrebt und teils umgesetzt. Die Europäische Union überprüft derzeit ob diese Anstrengungen den Anforderungen für die Hilfspakete entsprechen. Gleichzeitig protestieren jedoch viele Griechen gegen die Sparmaßnahmen der Regierung, die die Bürgerinnen und Bürger auf vielen Gebieten durchaus sehr hart treffen.

Sparanstrengungen stoßen auf Widerstand in Griechenland

Nicht nur der Unmut der Bürger wird mit derartigen Sparmaßnahmen auf den Plan gerufen. Die starke Einschränkung des Staatskonsums und der Investitionen hat natürlich auch Auswirkungen auf die griechische Wirtschaft, die aktuell droht, in eine noch stärkere Rezession abzugleiten, als ohnehin befürchtet. Die derzeitigen Vorhersagen, die mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt) um mehr als 5 Prozent pro Jahr rechnen, übersteigt alle Befürchtungen, die bisher prognostiziert wurden. Diese schlechten Nachrichten hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zum Anlass genommen, alle denkbaren Szenarien über den Fortgang der Schuldenkrise in Griechenland und ihre Auswirkungen auf ganz Europa von seinem Ministerium durchplanen zu lassen.

Schäuble spielt alle Szenarien durch – auch Pleite Griechenlands

Beides wirkt derzeit auch wieder sehr negativ auf die Aktienmärkte. Zum einen besteht erheblicher Zweifel daran, dass die Sparmaßnahmen in Griechenland so umgesetzt worden sind wie von der EU als Kondition für die Gewährung von Hilfen gefordert. Sollte die Troika zu diesem Ergebnis kommen, besteht die Gefahr, dass die nächste Tranche an Hilfszahlungen für Griechenland von Seiten der EU verweigert wird. Dieses Szenario bringt Griechenland wohl äußerst nah zur Staatspleite. Auf der anderen Seite befeuern die schlechten Nachrichten bezüglich der Wirtschaftsdaten die Talfahrt der Börsen.