Finanzkrise bietet auch Chancen für Anleger

Sonntag den 11.09.2011

Für private Geldanleger hat die aktuelle Finanzkrise auch etwas Gutes. Schließlich besteht zum einen über die gesetzlichen Einlagensicherungsfonds sowie über die Sicherungen der einzelnen Bank ein Schutz der Spareinlagen, zumindest immer bis zu einer gewissen Höhe. Zum anderen steigen durch die inflationären Tendenzen im Euroraum und in Deutschland auch die Zinsen auf das Tagesgeld. Um die Inflation einzudämmen hat die Europäische Zentralbank in den vergangenen Monaten den Leitzins erhöht, zudem sich Banken bei ihr Geld leihen können. Das bedeutet, dass die Refinanzierung für die Geldhäuser teurer wird. Ein alternativer Weg der Geldbeschaffung liegt in der Akquirierung von Sparguthaben von privaten Anlegern. Auch diesen muss die Bank jedoch einen Preis für die Einlagen zahlen, den Zins. Wenn der Leitzins der EZB steigt, heißt die im Umkehrschluss, dass auch die Zinsen auf Sparkonten wie Tagesgeldkonten steigen. Aktuell liegen viele Zinsen von Tagesgeldangeboten bereits über 2,5 Prozent p.a. Dies bezieht sich jedoch nur auf Tagesgeldkonten, die ohne Konditionen wie beispielsweise die Eröffnung von weiteren Produkten wie Girokonten oder Depots und mit einer hohen Flexibilität und Verfügbarkeit angeboten werden.

Tagesgeldzinsen oft über 2,5 Prozent p.a.

Dieser Zinssatz liegt sogar über der aktuellen Inflationsrate von etwa 2,4 Prozent p.a., verhindert also zum einen den Kaufkraftverlust des Geldes und eine zusätzliche wenn auch sehr kleine Rendite. Nicht nur für Sparer gibt es auch Vorteile der Finanzkrise. Auch für Häuslebauer haben sich positive Tendenzen ergeben. Denn die Kreditzinsen für den Bau von Immobilien sind zusammenfassend in etwa von über 4 Prozent auf etwa 3,5 Prozent gesunken. Dies verschafft einen Vorteil bei der Immobilienfinanzierung.

Finanzkrise hat auch Vorteile: Sparzinsen steigen, Kreditzinsen sinken

Wer allerdings stark in Aktien investiert war, hat im Rahmen der Finanzkrise wohl mehr Geld verloren als gewonnen. Die Talfahrt der Börsen in den letzten Wochen ist noch immer nicht gestoppt und wird durch schlechte Nachrichten aus Griechenland und auch aus den USA weiter verstärkt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die weltwirtschaftliche Situation weiter entwickelt. Wer auf Nummer sicher gehen will, ist mit einem Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto, dass auch langfristig moderate Zinsen sichern kann, nicht schlecht bedient.