Deutsche Staatsanleihen für Privatanleger unattraktiv

Dienstag den 13.09.2011

Die Diskussion im Rahmen der Eurokrise dreht sich häufig um die Staatsanleihen der europäischen Länder. Es wird berichtet, dass die Rendite der hochverschuldeten Eurostaaten wie etwa Griechenland, Portugal oder auch Italien in den vergangenen Wochen stark gestiegen ist. Schließlich ist Rendite immer ein Hinweis auf das Risiko. Hohe Rendite bedeutet letztlich nichts anderes als hohes Risiko. Dieser Zusammenhang drückt sich in der Bewertung der Staatsanleihen der Euroländer sehr gut aus. Privatanleger könnten auf die Idee kommen, dass der Zahlungsausfall der Länder dennoch wohl eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit besitzt, da die Europäische Union schließlich mit ihrer gesamten politischen und finanziellen Macht dies zu verhindern versucht. Daher könnte die hohe Rendite durchaus verlockend sein. Dieser Gedankengang trügt allerdings über das weiterhin vorhandene hohe Risiko der Papiere hinweg und kann von Finanzexperten keinesfalls empfohlen werden.

Staatsanleihen: Hohe Rendite bedeutet auch hohes Risiko

Die deutschen Bundesanleihen sind gestern auf ihren niedrigsten Stand seit Bestehen der Eurozone gefallen. Die zehnjährige Staatsanleihe Deutschlands bietet gerade einmal eine Rendite von 1,75 Prozent, was bei einer Inflationsrate von etwa 2,4 Prozent sogar eine negative Rendite bedeutet. Aus diesem Grund ist die deutsche Staatsanleihe für private Geldanleger auch eher ein unattraktives Instrument. Dennoch flüchten sich viele Anleger in die Bundesanleihe, da diese als vermeintlicher sicherer Hafen gilt. Das Problem der negativen Real-Rendite wird dabei leider oftmals übersehen.

Tagesgeld: kleine positive Real-Rendite – auch Festgeld attraktiv

Anders sieht dies beim Tagesgeld aus. Hier können derzeit Renditen von 2,6 Prozent p.a. erzielt und damit eine Real-Rendite von 0,2 Prozent p.a. erreicht werden. Tagesgeld gilt ebenfalls als sicherer Hafen, schafft ein hohes Maß an Flexibilität, Sicherheit und Liquidität. Zumindest sichert die Tagesgeld-Rendite den Kaufkraftverlust durch die Inflation ab. Beim Festgeld, das über einen längeren Zeitraum investiert wird, sind auch höhere Real-Renditen möglich.