Schwellenländer sollen Europa retten

Mittwoch den 14.09.2011

Nach den Gesprächen zwischen China und Italien hinsichtlich eines Ankaufs von italienischen Staatsanleihen  ziehen diese Rettungsversuche nun weitere Kreise. Auch andere Staaten in Europa hätten theoretisch vor dem Hintergrund der immensen Staatsverschuldung ein Interesse am Verkauf von Staatsanleihen an große Investoren, da dieses Vorgehen die Finanzierungskosten niedrig und die Märkte beruhigen könnte. Nachdem China mit Italien verhandelt hat kündigten heute auch weitere große Schwellenländer wie Russland, Indien, Südafrika und Brasilien Gespräche über den Ankauf von europäischen Staatsanleihen an.

BRICS-Staaten wollen europäische Staatsanleihen kaufen

Diese Idee wird auch von der neuen IWF-Chefin Christine Lagarde mit Wohlwollen begleitet. Sie warb bei den Schwellenländern sogar für den Ankauf von Staatsanleihen. Dabei soll nicht nur Italien sondern auch andere von Schuldenproblemen gebeutelten Länder profitieren. In der nächsten Woche findet dazu in Washington ein Treffen der Gruppe der BRICS Staaten statt, auf dem über den Kauf von Staatspapieren beraten werden soll. Die Schuldenprobleme einiger europäischer Staaten könnten mit diesem Vorgang abgefedert werden.

China kauft italienische Staatsanleihen

Nachdem China die Absicht kundgetan hat italienische Staatsanleihen zu kaufen greift die aufstrebende Weltmacht nun auch nach Staatspapieren weiterer europäischer Staaten. So wurde angekündigt, dass die Chinesen auch am Ankauf weiterer Anleihen starkes Interesse hätten. Ministerpräsident Wen Jiabao zeigte sich mit dem Ausspruch „Europa wird seine Probleme lösen!“ sogar äußerst gelassen, was die Schuldenproblematik in Europa angeht, und versprüht damit eine gewisse Hoffnung. Auf der anderen Seite wird aber auch Kritik am chinesischen Vorgehen laut. Den Chinesen gehe es in Wahrheit nicht um die Staatsanleihen, sondern um die Beteiligung an europäischen Unternehmen.