EZB verschiebt Senkung des Leitzinses

Sonntag den 9.10.2011

Der Leitzins der Europäischen Zentralbank, der auch ein wichtiger Indikator für die Zinsentwicklung auf dem Tagesgeldmarkt ist, bleibt wie bisher bei 1,5 Prozent. Dies wurde nach der Sitzung des EZB-Rates am vergangenen Donnerstag verkündet. Eigentlich hatten einige Experten damit gerechnet, dass die Leitzinsen wieder gesenkt werden um die Banken für die Refinanzierungsgeschäfte mit mehr Liquidität zu unterstützen. Zinssenkungen werden normalerweise in wirtschaftlichen schweren Zeiten durchgeführt um die Geldversorgung der Wirtschaft sicherzustellen und durch günstige Kreditzinsen auch Investitionen zu fördern.

Leitzins der EZB bleibt wie bisher bei 1,5 Prozent

Da aktuell alle Zeichen auf einen wirtschaftlichen Abschwung hindeuten, hatte man mit einer entsprechenden Zinssenkung gerechnet. Die EZB teilt jedoch die Ansichten, dass eine zukünftig kritische wirtschaftliche Entwicklung anstehen könnte. Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet sprach von wachsenden Risiken für die konjunkturelle Entwicklung und teilte mit, dass eine Inflationsrate im Euroraum von etwa 3 Prozent vorliegt. Eine derartig hohe Inflationsrate müsste eigentlich auf eine Erhöhung des Leitzinses der EZB hinwirken, schließlich liegt das Inflationsziel der EZB bei nahe aber unter 2 Prozent.

EZB: Es bestehen Risiken für die konjunkturelle Entwicklung

Als Ausgleich für die nicht durchgeführte Zinssenkung hat die EZB aber dennoch Maßnahmen ergriffen um die Liquidität der Banken zu fördern. Darunter wurden Maßnahmen wie der Ankauf von besicherten Bankanleihen beschlossen. Damit wird die EZB wiederum am Wertpapiermarkt aktiv. Aus diesen Gründen, bezüglich des Ankaufs von Staatsanleihen in der Vergangenheit, waren schon mehrere Experten wie der ehemalige EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark oder der potentielle Anwärter auf den Präsidentenposten Axel Weber von ihren Ämtern zurückgetreten.