Staatsschuldenkrise: Schwellenländer fordern Lösungskonzept

Montag den 17.10.2011

Die Banken stehen in der Kritik und sogar unter Beschuss: am Wochenende haben hunderttausende Menschen rund um den Globus gegen die „Auswüchse des Finanzsystems“ demonstriert. Größtenteils liefen die Demonstrationen friedlich ab, an einigen Orten kam es jedoch auch zu gewalttätigen Ausschreitungen und handgreiflichen Konflikten mit der Polizei. So musste diese in Berlin eine Sitzblockade vor dem Bundestag auflösen und in New York eine Citibank-Filiale schützen, auf die die Demonstranten einen Sturm vorbereitet hatten um ihre Konten in einer Gemeinschaftsaktion aufzulösen.

Demonstrationen gegen „Auswüchse des Finanzsystems“

Derweilen bestehe ein gewisser Verdruss auch im politischen Sektor. Dass die Banken härter und strenger reguliert werden sollen scheint Konsens zu sein. Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Staatsschuldenkrise in Europa steht die Frage nach höheren Eigenkapitalforderungen im Raum. Neben diesem Thema geht es allerdings auch um die Liquidität und um eine Finanztransaktionssteuer, auf die man sich beim vergangenen G20 Gipfel in Paris jedoch nicht einigen konnte. Die Schwellenländer, namentlich Brasilien, Indien oder China hingegen griffen verbal in die Diskussionslage ein und forderten vom anstehenden Euro-Gipfel endlich ein klares Lösungskonzept für die Probleme.

Schwellenländer drängen auf Lösung der Schuldenkrise

Ganz ohne diplomatische Floskeln wurde in einem Abschlusskommuniqué auf den Punkt gebracht, dass man sich nach Abschluss des Euro-Gipfels auf einen umfassenden Plan zur Lösung der Probleme freue. Der zusätzliche Druck kommt mit Sicherheit zur rechten Zeit. Bundesfinanzminister Schäuble und sein französischer Kollege, denen man nachsagt gemeinsam mit ihren Regierungschefs das Heft des Handelns in der Hand zu halten, wollten sich zu dieser Aufforderung allerdings nicht äußern.